Warum ein Anwalt kostet, was er kostet

12.07.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Allgemein, Anwaltsrecht | Keine Kommentare »

money-3481757_1920Nicht selten wird sich über die hohen Kosten bei der Beauftragung anwaltlicher Dienste beklagt. Warum für vermeintlich überschaubare Tätigkeiten oder für einzelne Schreiben gleich mehrere hundert Euro anfallen sollen, geht Vielen nicht ein.

Daher soll dieser Artikel einmal kurz darlegen, welche Kosten mit dem Betrieb einer Anwaltskanzlei verbunden sind und wie sich diese auf das Preisniveau auswirken.

150 Arbeitsstunden pro Monat

Der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer arbeitet nach Abzug von Wochenende, Feiertagen, Urlaub, Krankheit und ähnlichem Ausfall knapp 1700 Stunden pro Jahr. Das sind rund 140 Stunden pro Monat. Nehmen wir nun aus Gründen kalkulatorischer Sicherheit und runder Zahlen an, dass ein freiberuflicher Rechtsanwalt durch Selbstausbeutung auf 150 Stunden im Monat kommt.

In diesen 150 Stunden muss er also die gesamten Kosten seiner Kanzlei hereinarbeiten und zudem noch seinen Lebensunterhalt verdienen. Anders gesagt: Von allen monatlichen Kosten muss man ein Hundertfünfzigstel berechnen und diesen Betrag vom Stundenlohn abziehen.

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Die Geschichte eines Handys

28.06.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Allgemein | Keine Kommentare »

iphone-410324_1920Heute hatte ich einmal wieder ein Heimspiel vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck. Weil ich nicht der enthusiastischste Autofahrer bin und außerdem die Fahrtzeit gerne zum Arbeiten nutze, nehme ich in aller Regel die öffentlichen Verkehrsmittel. In diesem Fall war es der Bus 843 von Olching nach Fürstenfeldbruck, praktischerweise mit der Haltestelle Amtsgericht, unmittelbar vor dessen Eingang.

Als ich vor Prozessbeginn mein Handy pflichtschuldig auf „lautlos“ stellen wollte, stellte ich fest, dass das nicht notwendig war. Ich hatte es nämlich nicht mehr. Eine kurze Suche durch Hosentaschen, Aktenkoffer, Jacke und – sicherheitshalber – auch die Robe ergab den gleichen Befund.

Nach kurzer Anspannung meines durch jahrelange juristische Ausbildung gestählten Erinnerungsvermögens konnte ich eruieren, dass ich es unmittelbar vor dem Aussteigen noch benutzt hatte. Es sprach also vieles dafür, dass das Telephon noch im Bus lag und selbstständig, zumal ohne eigene Fahrkarte, weiterfuhr.

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Die Top Ten für den Mai 2018

11.06.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Anwaltsrecht, Prozessrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht, Zivilrecht | Keine Kommentare »

Ist die Verhandlung immer öffentlich?

Welche Möglichkeiten der Bewährung gibt es im Jugendstrafrecht?

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anwalt.de – Drogen und Hauptverhandlung

31.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Prozessrecht, Strafrecht | Keine Kommentare »

Auf anwalt.de habe ich zwei neue Rechtstipps veröffentlicht:

Viel Spaß beim Lesen!

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Söders Kreuz-Erlass: Die Staats-Religion

27.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Rechtsphilosophie, Rechtspolitik | Keine Kommentare »

cross-2648196_1920Spätestens seit Markus Söder, seines Zeichens bayerischer Ministerpräsident und Mitbürger mit Wahlkampfhintergrund, das Kreuz in jeder Behörde sehen will, ist eine Auseinandersetzung um die Trennung zwischen Religion und Staat entbrannt. Die Forderung danach wird gerne mit dem Habitus, man sei besonders aufgeklärt und fortschrittlich, vorgetragen.

Doch übersieht diese Überzeugung oft eines: Auch der Glaube an den Staat ist nichts anderes als eine Religion.

Der Staat stützt sich zunächst einmal nicht rein auf den Glauben. Denn der Staat existiert unwiderlegbar, er ist empirisch nachweisbar. Im Völkerrecht ist die Frage, was ein Staat überhaupt ist, hoch umstritten und kann nicht eindeutig beantwortet werden. Die etwas selbstreferentielle, aber in der Praxis durchaus anwendbare Formel lautet, dass ein Gebilde dann ein Staat ist, wenn es die typischen Erscheinungsformen eines Staates in sich vereint. Das sind also durchaus beobachtbare Fakten.

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Die Top Ten für den April 2018

15.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Arbeitsrecht, Familienrecht, Kommunalrecht, Prozessrecht, Strafrecht, Zivilrecht | Keine Kommentare »

BGH, Urteil vom 18.02.2015, VIII ZR 127 / 14

Kann man auch wegen kleinerer Verkehrsverstöße den Führerschein verlieren?

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Wird Deutschland sicherer? Was uns die Kriminalitätsstatistik verrät

13.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Strafrecht | Keine Kommentare »

handcuffs-2102488_1280Der neue Innenminister Seehofer hat kürzlich verkündet, Deutschland sei nochmal sicherer geworden. Begründet hat er das mit den (vermeintlich) objektiven Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatitik. Daraufhin gab es vielerlei Stimmen, die das sogleich bezweifelt haben. Ein Anlass für dieses Blog, die Zahlen genauer anzuschauen.

Dabei muss man zunächst sagen, dass sich die Zahl aller Straftaten tatsächlich verringert hat. Im Jahr 1993, dem ersten Jahr der gesamtdeutschen Statistik, gab es noch ca. 6,75 Mio. Straftaten, mittlerweile sind 5,76 Mio., also ziemlich genau eine Million weniger.

Da hier wirklich alle Taten umfasst sind, ist das Bild ziemlich unscharf. Nehmen wir daher einige Kategorien gezielt heraus: Mord und Totschlag als schwerste Delikte; Raub sowie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung als Gewaltverbrechen; vorsätzliche Körperverletzung bzw. Diebstahl als Massendelikte.

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Zwei Jahre auf Bewährung wegen Einbruchsdiebstahls

10.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Strafrecht | Keine Kommentare »

LG_MuenchenNach zehn Monaten Untersuchungshaft nun zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung – damit ist gestern der sechstägige Prozess gegen meinen Mandanten vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts München II zu Ende gegangen. Er hatte vier gleichaltrigen Freunden dabei geholfen, drei Einbrüche in Schulen im Großraum München zu begehen und einige der erbeuteten Tablets zu verkaufen.

Meines Erachtens ein wirklich gerechtes Urteil, das weder die Taten verharmlost noch jungen Menschen den Weg in ein geregeltes Leben verbaut. „Wir sind davon überzeugt, dass Sie Ihre Lektion gelernt haben, weil Sie mich kennen lernen durften“, hat die Vorsitzende die Entscheidung begründet. Da kann man ihr nur zustimmen.

Für mich geht nach 15 Monaten ein Mandat zu Ende, das nicht nur juristisch gefordert hat, sondern auch menschlich anstrengend war. Es geht nicht ganz spurlos an einem vorbei, wenn man einen 19-Jährigen, den man immer nur als freundlich, zurückhaltend und anständig kennengelernt hat, davor bewahren muss, wieder ins Gefängnis zu gehen.

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Der Fluch des Umfangsverfahrens

2.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Prozessrecht, Strafrecht | Keine Kommentare »

graphics-882726_640Die nächsten sechs Werktage bin ich praktisch komplett abgemeldet. Ab heute bis zum Mittwoch der nächsten Woche werde ich vor der ersten Jugendkammer des Landgerichts München II meinen Mandanten verteidigen. Außer diesen Verhandlungstagen ist noch ein siebter Termin etwas später anberaumt – ob es diesen braucht oder ob es sogar noch mehr werden, wird sich im Laufe der Hauptverhandlung zeigen. Sicherheitshalber habe ich mir den Mai weitestgehend freigehalten.

Wir haben sechs Angeklagte, ca. 15 angeklagte Taten, mindestens 30 Zeugen und um die zehn Verteidiger. Solche Prozesse nennt man deswegen gemeinhin „Umfangsverfahren“.

Die Verhandlungen beginnen jeden Tag um 9:15 Uhr, Zeugen sind meist in engem Takt bis 15:30 Uhr geladen. Das bedeutet im Ergebnis „open end“, da es immer vorkommt, dass ein Zeuge etwas mehr zu sagen hat oder ausführlicher befragt wird als ursprünglich gedacht.

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Die Wahrheit vor Gericht – Teil II

21.04.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Prozessrecht | Keine Kommentare »

graphics-875115_1920Teil I dieses Beitrags finden Sie hier.

Es gibt aber auch Fälle, in denen Menschen die Wahrheit wohl kennen, sie aber nicht akzeptieren wollen, in denen sie eine eigene Wahrheit aufbauen, mit der sie besser leben können.

Ein Mandant (Hinweis auf Detailverfremdungen wie oben) befindet sich seit Jahren in verschiedenen Rechtsstreitigkeiten mit vielerlei Personen. Ein Schlüsselerlebnis für ihn war, dass ihn sein früherer Geschäftspartner wohl betrogen hat. Es gibt durchaus starke Indizien, dass dies tatsächlich so war, der schlussendliche Beweis konnte aber nie erbracht werden.

Nun wurde dieser Mandant wegen einer Straftat verurteilt, die in keiner Weise mit seinem Geschäftspartner zusammenhing. Da in seiner Anschauung aber alles mit allem zusammenhängt, macht das für ihn keinen Unterschied. Dieses Urteil sei aber, wie er ganz freudig betont, eigentlich ein Sieg für ihn. Die Geldstrafe sei für ihn nicht so schlimm, die Urteilsgründe sind das Entscheidende. Denn dort stünde ja, dass er damals betrofen worden sei – endlich, nach so vielen Jahren hat die Justiz ihm doch noch Recht gegeben!

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