Ausspekuliert – der Staat und das Mietrecht

5.08.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Zivilrecht | Kommentare deaktiviert für Ausspekuliert – der Staat und das Mietrecht

protest-2743550_1920Nach „ausgehetzt“ soll nun „ausspekuliert“ die nächste Großdemonstration in München werden. Weil man zeigen will, wie modern man doch ist, heißt das natürlich #ausspekuliert. Dabei geht es um die vermeintliche Gier der Vermieter, die vor allem im Großraum München viel zu viel für Wohnungen verlangen.

Mieten sind hierzulande hoch und werden tendenziell weiter steigen, das ist natürlich nicht zu bestreiten. Dass ein Vermieter, der einen möglichst hohen Preis erzielen will, als gierig gilt, ist wohl eine allgemeine Ansicht. Dass umgekehrt der Mieter, der in der Großstadt wohnen, aber möglichst wenig zahlen will, nicht als geizig verurteilt wird, ist eben Teil der sozialen Betrachtung des Ganzen.

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Kein Anwalt ohne Krawatte

31.07.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Anwaltsrecht, Prozessrecht | 1 Kommentar »

suit-3518471_1920Vor dem Landgericht Düsseldorf wäre fast ein Prozess geplatzt, weil der Rechtsanwalt keine Krawatte anhatte. Da nach den örtlichen Gepflogenheiten eine Krawatte vorgesehen sei, sei ein Anwalt ohne eine solche Amtstracht quasi gar kein Anwalt. Das würde in letzter Konsequenz bedeuten, dass der Mandant nicht vertreten wäre und dann ein Versäumnisurteil gegen ihn ergehen würde.

Viele Kollegen sehen das mittlerweile entspannter, aber für mich gehört die Krawatte auf jeden Fall dazu, ebenso wie ein Langarmhemd. Wenngleich ich staatlichen Institutionen gegenüber grundsätzlich skeptisch bin, ist das nun einmal die Art und Weise, wie man sich in einer ernsten und bedeutenden Angelegenheit kleidet.

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Kulanz im Neuschwanstein-Express

26.07.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Allgemein | Kommentare deaktiviert für Kulanz im Neuschwanstein-Express

architecture-3213803_1920Ich bin des öfteren auf dem Weg nach Landsberg. Teils in die dortige JVA, teils zum Amtsgericht, vor dem ich immer wieder zivil- oder strafrechtliche Verfahren bestreite.

Um auf dem Weg dorthin arbeiten zu können, benutze ich grundsätzlich den Zug. Mit diesem fahre ich zunächst von München-Pasing nach Kaufering, wo ich dann in den Landsberger Zug umsteige. Der Kauferinger Zug hingegen setzt seine Reise ins Allgäu fort, u.a. in Richtung Füssen.

Meine Mitreisenden sind daher zu einem ganz erheblichen Anteil Japaner und US-Amerikaner auf dem Weg in ein bekanntes bayerisches Königsschloss. Deswegen bezeichne ich den Zug auch als „Neuschwanstein-Express“.

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Warum ein Anwalt kostet, was er kostet

12.07.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Allgemein, Anwaltsrecht | 1 Kommentar »

money-3481757_1920Nicht selten wird sich über die hohen Kosten bei der Beauftragung anwaltlicher Dienste beklagt. Warum für vermeintlich überschaubare Tätigkeiten oder für einzelne Schreiben gleich mehrere hundert Euro anfallen sollen, geht Vielen nicht ein.

Daher soll dieser Artikel einmal kurz darlegen, welche Kosten mit dem Betrieb einer Anwaltskanzlei verbunden sind und wie sich diese auf das Preisniveau auswirken.

150 Arbeitsstunden pro Monat

Der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer arbeitet nach Abzug von Wochenende, Feiertagen, Urlaub, Krankheit und ähnlichem Ausfall knapp 1700 Stunden pro Jahr. Das sind rund 140 Stunden pro Monat. Nehmen wir nun aus Gründen kalkulatorischer Sicherheit und runder Zahlen an, dass ein freiberuflicher Rechtsanwalt durch Selbstausbeutung auf 150 Stunden im Monat kommt.

In diesen 150 Stunden muss er also die gesamten Kosten seiner Kanzlei hereinarbeiten und zudem noch seinen Lebensunterhalt verdienen. Anders gesagt: Von allen monatlichen Kosten muss man ein Hundertfünfzigstel berechnen und diesen Betrag vom Stundenlohn abziehen.

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Die Geschichte eines Handys

28.06.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Allgemein | Kommentare deaktiviert für Die Geschichte eines Handys

iphone-410324_1920Heute hatte ich einmal wieder ein Heimspiel vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck. Weil ich nicht der enthusiastischste Autofahrer bin und außerdem die Fahrtzeit gerne zum Arbeiten nutze, nehme ich in aller Regel die öffentlichen Verkehrsmittel. In diesem Fall war es der Bus 843 von Olching nach Fürstenfeldbruck, praktischerweise mit der Haltestelle Amtsgericht, unmittelbar vor dessen Eingang.

Als ich vor Prozessbeginn mein Handy pflichtschuldig auf „lautlos“ stellen wollte, stellte ich fest, dass das nicht notwendig war. Ich hatte es nämlich nicht mehr. Eine kurze Suche durch Hosentaschen, Aktenkoffer, Jacke und – sicherheitshalber – auch die Robe ergab den gleichen Befund.

Nach kurzer Anspannung meines durch jahrelange juristische Ausbildung gestählten Erinnerungsvermögens konnte ich eruieren, dass ich es unmittelbar vor dem Aussteigen noch benutzt hatte. Es sprach also vieles dafür, dass das Telephon noch im Bus lag und selbstständig, zumal ohne eigene Fahrkarte, weiterfuhr.

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Die Top Ten für den Mai 2018

11.06.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Anwaltsrecht, Prozessrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht, Zivilrecht | Kommentare deaktiviert für Die Top Ten für den Mai 2018

Ist die Verhandlung immer öffentlich?

Welche Möglichkeiten der Bewährung gibt es im Jugendstrafrecht?

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anwalt.de – Drogen und Hauptverhandlung

31.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Prozessrecht, Strafrecht | Kommentare deaktiviert für anwalt.de – Drogen und Hauptverhandlung

Auf anwalt.de habe ich zwei neue Rechtstipps veröffentlicht:

Viel Spaß beim Lesen!

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Söders Kreuz-Erlass: Die Staats-Religion

27.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Rechtsphilosophie, Rechtspolitik | Kommentare deaktiviert für Söders Kreuz-Erlass: Die Staats-Religion

cross-2648196_1920Spätestens seit Markus Söder, seines Zeichens bayerischer Ministerpräsident und Mitbürger mit Wahlkampfhintergrund, das Kreuz in jeder Behörde sehen will, ist eine Auseinandersetzung um die Trennung zwischen Religion und Staat entbrannt. Die Forderung danach wird gerne mit dem Habitus, man sei besonders aufgeklärt und fortschrittlich, vorgetragen.

Doch übersieht diese Überzeugung oft eines: Auch der Glaube an den Staat ist nichts anderes als eine Religion.

Der Staat stützt sich zunächst einmal nicht rein auf den Glauben. Denn der Staat existiert unwiderlegbar, er ist empirisch nachweisbar. Im Völkerrecht ist die Frage, was ein Staat überhaupt ist, hoch umstritten und kann nicht eindeutig beantwortet werden. Die etwas selbstreferentielle, aber in der Praxis durchaus anwendbare Formel lautet, dass ein Gebilde dann ein Staat ist, wenn es die typischen Erscheinungsformen eines Staates in sich vereint. Das sind also durchaus beobachtbare Fakten.

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Die Top Ten für den April 2018

15.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Arbeitsrecht, Familienrecht, Kommunalrecht, Prozessrecht, Strafrecht, Zivilrecht | Kommentare deaktiviert für Die Top Ten für den April 2018

BGH, Urteil vom 18.02.2015, VIII ZR 127 / 14

Kann man auch wegen kleinerer Verkehrsverstöße den Führerschein verlieren?

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Wird Deutschland sicherer? Was uns die Kriminalitätsstatistik verrät

13.05.2018 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Strafrecht | Kommentare deaktiviert für Wird Deutschland sicherer? Was uns die Kriminalitätsstatistik verrät

handcuffs-2102488_1280Der neue Innenminister Seehofer hat kürzlich verkündet, Deutschland sei nochmal sicherer geworden. Begründet hat er das mit den (vermeintlich) objektiven Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatitik. Daraufhin gab es vielerlei Stimmen, die das sogleich bezweifelt haben. Ein Anlass für dieses Blog, die Zahlen genauer anzuschauen.

Dabei muss man zunächst sagen, dass sich die Zahl aller Straftaten tatsächlich verringert hat. Im Jahr 1993, dem ersten Jahr der gesamtdeutschen Statistik, gab es noch ca. 6,75 Mio. Straftaten, mittlerweile sind 5,76 Mio., also ziemlich genau eine Million weniger.

Da hier wirklich alle Taten umfasst sind, ist das Bild ziemlich unscharf. Nehmen wir daher einige Kategorien gezielt heraus: Mord und Totschlag als schwerste Delikte; Raub sowie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung als Gewaltverbrechen; vorsätzliche Körperverletzung bzw. Diebstahl als Massendelikte.

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