Der halb aufgerauchte Joint im Grenzbereich des Strafrechts

4.08.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Strafrecht | Keine Kommentare »

Für einen Strafverteidiger bleiben auch die BtMG-Sachen nicht aus. Delikte nach dem Betäubungsmittelgesetz, sprich Drogenbesitz oder -handel, stellen eine der häufigsten Straftatengruppen dar. In der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik fallen 300.000 oder knapp 5 % der Straftaten in diesen Bereich. Wie überall, wo der Staat etwas verbietet, führt auch die Drogenprohibiton zu mafiösen Strukturen, denen insoweit die schwersten Taten zuzurechnen sind. Am unteren Ende dieser Skala finden wir Drogenbesitz in geringsten Mengen zum Eigenkonsum.

Konsum nicht strafbar, Besitz schon

Dabei muss man aber eines beachten: Der bloße Konsum von Drogen ist nicht strafbar. Denn mit dem Konsum schadet man allenfalls sich selbst – und darum muss sich der Staat nicht kümmern. Der Besitz hingegen birgt immer das Risiko der Weitergabe, sodass auch andere Personen mit Betäubungsmitteln in Berührung kommen könnten. Weiterlesen »

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Bundestagwahl: Wenn alle Parteien unter 5 % bleiben

31.07.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Verfassungsrecht | Keine Kommentare »

bundestag-2463257_640Bei den nun anstehenden Bundestagswahlen gilt, wie (bis auf leichte Modifikationen bei den Wahlen 1949 und 1990) immer in der Geschichte der Bundesrepublik, die Fünfprozenthürde. Diese besagt, dass nur die Parteien Sitze zugeteilt bekommen, die auch mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen bundesweit erhalten haben.

Fünfprozentklausel von Karlsruhe akzeptiert

So umstritten diese Regelung ist, so sehr wurde sie doch stets vom Bundesverfassungsgericht verteidigt. Die Ungleichbehandlung kleinerer Parteien sei gerechtfertigt, um eine Zersplitterung des Parlaments zu verhindern. Wie so oft in der bundesdeutschen Verfassungstradition wird mahnend auf das Beispiel der Weimarer Republik verwiesen. Nur die größeren Parteien sollen im Bundestag vertreten sein, damit es leichter wird, durch Zusammenarbeit weniger Fraktionen Regierungskoalitionen und Gesetzesmehrheiten zu finden. Weiterlesen »

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Häufige Fragen zum Diebstahl

29.07.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Strafrecht | Keine Kommentare »

Was ist Diebstahl?

Gemäß § 242 begeht einen Diebstahl, „wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen“.

Damit ist also nicht jede Vermögensschädigung betroffen, entscheidend ist vielmehr, dass die gestohlene Sache jemandem weggenommen wird.

Was bedeutet Wegnahme?

Wegnahme ist die Aufhebung des fremden Gewahrsams und die Begründung neuen Gewahrsams, aber nicht notwendigerweise Gewahrsams des Täters.

  • Gewahrsam ist dabei die tatsächlicher Herrschaft einer Person über eine Sache, die von einem Herrschaftswillen getragen wird.
  • Ein Bruch liegt dann vor, wenn die Aufhebung des Gewahrsams des bisherigen Gewahrsamsinhaber ohne dessen Einverständnis erfolgt.
  • Neuer Gewahrsam ist dann begründet, wenn der Gewahrsamsausübung des neuen Gewahrsamsinhabers keine wesentlichen Hindernisse mehr entgegenstehen. Außerdem darf es dem bisherigen Gewahrsamsinhabers nicht mehr möglich sein, ohne Bruch des neuen Gewahrsams auf die Sache einzuwirken.

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Das Grundgesetz und der Austritt Bayerns

22.07.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Verfassungsrecht | Keine Kommentare »

bavaria-595684_640Eine YouGov-Umfrage hat Erstaunliches herausgefunden: Ein Drittel der Bayern würde einen Austritt des Freistaats aus der Bundesrepublik befürworten. Die bayerischen Bürger haben, so scheint es, nie vergessen, unter welchen Umständen sie 1871 ins Deutsche Reich gezwungen wurden und dass sie auch nach dem Zweiten Weltkrieg einem Wiedererstehen eines deutschen Staates skeptisch gegenüber standen. Ökonomische und politische Argumente tun – obgleich eine ernstzunehmede Debatte über die Eigenstaatlichkeit derzeit kaum stattfindet – ihr Übriges.

Karlsruhe gegen Sezession, Völkerrecht dafür

Nun gab es allerdings im Dezember 2016 ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts (2 BvR 349/16), das eine einseitige Sezession einzelner Länder ohne Zustimmung des Bundes für grundgesetzwidrig hielt. Die Bundesverfassung, so die Richter, sehe einen Austritt nicht vor. Das ist nicht verwunderlich, denn außer in der Verfassung Liechtensteins ist ein Austrittsrecht nirgends vorgesehen.

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Fragen und Antworten zur Mietkaution (III)

20.07.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Zivilrecht | Keine Kommentare »

Darf der Vermieter während des Mietverhältnisses auf die Kaution zugreifen?

Ja, aber nur, wenn die Forderung rechtskräftig festgestellt oder unbestritten ist. Der Vermieter kann also auf diese Weise nicht unter Umgehung des Rechtswegs Fakten schaffen.

Bei einem berechtigten Zugriff auf die Kaution ist der Mieter verpflichtet, den so entstandenen Differenzbetrag neu auf das Konto einzuzahlen.

Im Endeffekt ergibt also kein anderes Ergebnis als wenn der Mieter die Forderung des Vermieters direkt erfüllt hätte. Daher ist dieses Vorgehen auch eher selten anzutreffen.

Einen Vorteil gibt es aber doch: Man kann so Kleinbeträge (z.B. 52,38 Euro Nebenkostennachzahlung), die man normalerweise nicht einklagen würde, durchsetzen. Wenn sich mehrere solche Kleinbeträge sammeln, kann sich irgendwann doch eine Klage auch Wiederauffüllung der Kaution rentieren.

new-home-1633878_640Wird die Kaution mit der Wohnung mitverkauft?

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Fragen und Antworten zur Mietkaution (II)

18.07.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Zivilrecht | Keine Kommentare »

savings-book-22903_640Muss die Kaution vor Beginn des Mietverhältnisses gezahlt werden?

Nein, gemäß § 551 Abs. 2 BGB ist am Beginn des Mietverhältnisses nur ein Drittel der Kaution fällig, die beiden anderen Drittelraten werden mit den unmittelbar folgenden Mietzahlungen fällig.

Dabei handelt es sich um einen völlige Fehlleistung des Gesetzgebers. Ein Mieter, der schon für die Kautionsleistung Raten braucht, ist fast jedem Vermieter suspekt. Es wird häufig gemutmaßt, dass dieser Mieter bei einem kleinen Engpass sofort nicht mehr zahlungsfähig sein wird.

Daher spielt diese Vorschrift in der Praxis kaum eine Rolle, fast jeder Mieter zahlt die Kaution freiwillig vollständig vor dem Einzug. Weiterlesen »

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Fragen und Antworten zur Mietkaution (I)

16.07.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Zivilrecht | Keine Kommentare »

bank-note-209104_640Wo ist die Mietkaution geregelt?

Die Vorschriften über die Mietkaution stehen in § 551 BGB („Mietsicherheit“). Da es sich um eine normale Sicherheitsleistung handelt, die bei jedem anderen Vertrag auch vereinbart werden kann, gelten im Übrigen die §§ 232 bis 240 BGB.

Wozu dient die Kaution?

Die Kaution sichert die Ansprüche des Vermieters. § 551 Abs. 1 Satz sagt, dass der Mieter die Sicherheit „für die Erfüllung seiner Pflichten“ zu leisten hat. Damit sind alle Zahlungspflichten und geldwerten Leistungen des Mieters gemeint, z.B.

  • ausstehende Mietzahlungen einschließlich der Betriebskostenvorauszahlung
  • Betriebskostennachzahlungen
  • Handwerkerkosten aufgrund nicht ausgeführter Schönheitsreparaturen
  • Schadenersatzansprüche
  • Rechtsverfolgungs- und Prozesskosten
  • Nutzungsentschädigung und Schadenersatz bei verspätetem Auszug

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Ich hab Ihren Artikel schon gelesen…

13.07.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Studium | Keine Kommentare »

computer-15812_640Gelegentlich korrigiere ich immer noch Klausuren im juristischen Universitätsbetrieb. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen ist es ganz interessant, die heutigen Anforderungen in der Juristenausbildung mitzuverfolgen. Zum anderen wird die Tätigkeit natürlich auch – nicht wirklich fürstlich – bezahlt.

Und schließlich bin ich ja auch als Anwalt im Rahmen der Prüfungsanfechtung tätig. Da schadet es sicher nicht, wenn man auch die Sicht des Korrektors aus eigener Erfahrung kennt und sie so im Rahmen des Mandats nachvollziehen und ggf. kritisieren kann.

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Gerichtsentscheidungen: Urteil oder Beschluss?

6.07.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Prozessrecht, Verfassungsrecht | Keine Kommentare »

law-1898964_640Wenn man Gerichtsentscheidung betrachtet, stellt man fest, dass diese nicht immer die gleiche „Überschrift“ haben. Über manchen steht, wie man es gemeinhin erwartet, groß „Urteil“, über manchen dagegen „Beschluss“. Was ist nun der Unterschied zwischen beidem? Hat dies irgendeine Bedeutung für den Inhalt der Entscheidung?

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Nein. Es gibt faktisch keinen Unterschied zwischen Urteilen und Beschlüssen. Beide Formen der Entscheidung sind gleichermaßen verbindlich. Die Unterschiede in der Wortwahl sind allenfalls historisch bedingt und entstammen der in vielerlei Hinsicht unlogischen und unpräzisen juristischen Sprache.

Es lassen sich allenfalls einige Grundsätze herausarbeiten: Weiterlesen »

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„Ehe für alle“ – ein Bärendienst

30.06.2017 Sie hören von meinem Anwalt! Gespeichert in Rechtsphilosophie, Rechtspolitik | Keine Kommentare »

heart-1348870_640Wer heute nicht gerade in einem antarktischen Funkloch gestrandet war, hat mitbekommen, dass der Bundestag ein Gesetz beschlossen hat, wonach auch Menschen gleichen Geschlechts zukünftig heiraten können. Wenn man die Art und Weise, wie diese Abstimmung orchestriert wurde, näher betrachtet, dann kann das aber eigentlich nur ein perfider Plan von Gegnern der Homosexuellen-Ehe sein.

Alle alle?

Allein die schlagwortartige Bezeichnung ist eine Zumutung. „Ehe für alle“? Sind Menschen, die sich dem gleichen Geschlecht zugetan fühlen, erst dann umfasst, wenn wirklich „alle“ heiraten dürfen? So, als wäre das alles ein Ausfluss von Beliebigkeit und Werteverlust, von Sodom und Gomorrha.

Wortwahl

Auch hätte man wunderbar alle die ins Boot holen können, die keine Bedenken dagegen haben, wenn homosexuelle Partnerschaften gleichberechtigt werden. Dafür wäre die Bezeichnung „Ehe“ aber nicht notwendig gewesen. Denn sie stößt alle zurück, für die diese Institution eine ausschließlich traditionelle Bedeutung hat. Und eine weniger sperrige Bezeichnung als „eingetragene Lebenspartenerschaft“ unter gleichzeitiger Beseitigung sogar der letzten Schlechterstellungen gegenüber der Ehe hätte es da auch noch gegeben. Weiterlesen »

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