„Ehe für alle“ – ein Bärendienst

heart-1348870_640Wer heute nicht gerade in einem antarktischen Funkloch gestrandet war, hat mitbekommen, dass der Bundestag ein Gesetz beschlossen hat, wonach auch Menschen gleichen Geschlechts zukünftig heiraten können. Wenn man die Art und Weise, wie diese Abstimmung orchestriert wurde, näher betrachtet, dann kann das aber eigentlich nur ein perfider Plan von Gegnern der Homosexuellen-Ehe sein.

Alle alle?

Allein die schlagwortartige Bezeichnung ist eine Zumutung. „Ehe für alle“? Sind Menschen, die sich dem gleichen Geschlecht zugetan fühlen, erst dann umfasst, wenn wirklich „alle“ heiraten dürfen? So, als wäre das alles ein Ausfluss von Beliebigkeit und Werteverlust, von Sodom und Gomorrha.

Wortwahl

Auch hätte man wunderbar alle die ins Boot holen können, die keine Bedenken dagegen haben, wenn homosexuelle Partnerschaften gleichberechtigt werden. Dafür wäre die Bezeichnung „Ehe“ aber nicht notwendig gewesen. Denn sie stößt alle zurück, für die diese Institution eine ausschließlich traditionelle Bedeutung hat. Und eine weniger sperrige Bezeichnung als „eingetragene Lebenspartenerschaft“ unter gleichzeitiger Beseitigung sogar der letzten Schlechterstellungen gegenüber der Ehe hätte es da auch noch gegeben.

Nur der Staat?

Wieder einmal hat sich der Staat als der Akteur dargestellt, der dem Einzelnen zu seinem Glück verhelfen muss. Der Staat ist es, der diese Form der Partnerschaft einführt und großzügigerweise dann für bestimmte Personengruppen öffnet. Dass derselbe Staat umgekehrt die erweiterte Form der Ehe, die Familie, immer weiter unter seine Kontrolle bringt und sich an deren Stelle setzen will, tritt dabei in der Hintergrund.

ring-260892_640Gesetzgebungsprozess

Eine einschneidende gesellschaftliche Veränderung, mag man sie nun positiv oder negativ sehen, hatte es auch nicht verdient, in dieser Hauruck-Methodik inklusive Direktive der Kanzlerin durchgepeitscht zu werden. Zumindest ein einigermaßen ordentliches Gesetzgebungsverfahren hätte man sich dafür gewünscht. Dann wäre man vielleicht auch nicht Gefahr gelaufen, dass sich noch verfassungsrechtliche Probleme ergeben.

NetzDG

Besonders infam ist es aber, diese Abstimmung in unmittelbarer Nähe zur Verabschiedung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes durchzuführen. So wird dieses Gesetz, das eigentlich für Toleranz und Freiheit stehen sollte, auf alle Zeiten mit dem größten Angriff auf die freiheitliche Grundordnung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland verknüpft sein. Und mehr noch, der Vorwurf wird im Raum stehen, dass das Ganze nur veranstaltet wurde, um die mediale und öffentliche Aufmerksamkeit von Maas‘ Zensurgesetz abzulenken.

Ceterum censeo

Was ist nun bemerkenswerter? Die Zäsur, die diese Entscheidung bedeutet? Oder der Dilettantismus, mit dem dieses Vorhaben umgesetzt wurde?

Denjenigen, die diese Möglichkeit nun wahrnehmen wollen, sei alles erdenkliche Glück gewünscht. Sie mögen als Ehepartner, nicht selten auch als Familie, die Erfüllung finden, die sie verdient haben. Und es bleibt zu hoffen, dass das Zustandekommen dieser Entscheidung angesichts ihrer praktischen Erfolgsgeschichte in Vergessenheit gerät.

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