Zwei Jahre auf Bewährung wegen Einbruchsdiebstahls

LG_MuenchenNach zehn Monaten Untersuchungshaft nun zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung – damit ist gestern der sechstägige Prozess gegen meinen Mandanten vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts München II zu Ende gegangen. Er hatte vier gleichaltrigen Freunden dabei geholfen, drei Einbrüche in Schulen im Großraum München zu begehen und einige der erbeuteten Tablets zu verkaufen.

Meines Erachtens ein wirklich gerechtes Urteil, das weder die Taten verharmlost noch jungen Menschen den Weg in ein geregeltes Leben verbaut. „Wir sind davon überzeugt, dass Sie Ihre Lektion gelernt haben, weil Sie mich kennen lernen durften“, hat die Vorsitzende die Entscheidung begründet. Da kann man ihr nur zustimmen.

Für mich geht nach 15 Monaten ein Mandat zu Ende, das nicht nur juristisch gefordert hat, sondern auch menschlich anstrengend war. Es geht nicht ganz spurlos an einem vorbei, wenn man einen 19-Jährigen, den man immer nur als freundlich, zurückhaltend und anständig kennengelernt hat, davor bewahren muss, wieder ins Gefängnis zu gehen.

Eine hart erarbeitete Chance

Da er von Anfang an gestanden hatte und die Straferwartung irgendwo zwischen zwei und drei Jahren Jugendstrafe lag, musste die Verteidigungsstrategie dahin gehen, so viele positive Aspekte wie möglich zu sammeln.

Dazu gehörten eine Schadenswiedergutmachung im Rahmen des Möglichen, dafür auch die Annahme eines Aushilfsjobs sowie eine solide Zukunftsplanung einschließlich der Bewerbung um eine Ausbildungsstelle. Und schließlich war auch noch ein offenes Aussageverhalten notwendig, ohne die eigene Rolle zu beschönigen oder andere Personen falsch zu belasten.

All das brauchte eine gewisse Organisation und musste in Zusammenarbeit zwischen der Verteidigung, dem Angeklagten und nicht zuletzt auch seinen Eltern erreicht werden. Was hier auf die Beine gestellt werden konnte, hat dann sogar den Staatsanwalt beeindruckt, der schließlich selbst eine Bewährungsstrafe gefordert hat.

Diese ist kein Freispruch zweiter Klasse, sondern eine letzte Chance, diesen Fehler hinter sich zu lassen und sein Leben wieder in geordnete, legale Bahnen zu bringen. Und selten war ich bei einem Mandanten so sicher, dass er das schaffen wird.

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